Rocks siegen zum 11. Mal in Folge – Nachberichte vom 16. Spieltag

Quelle: basketballaustria.at

Die BK Mattersburg Rocks bleiben mit ihrem elften Sieg in Folge in der Basketball Zweite Liga das Team der Stunde. Erstmals in dieser Saison triumphieren sie über die Güssing/Jennersdorf Blackbirds (74:72), die damit die Tabellenführung an die burgenländischen Rivalen abgeben müssen. Die Raiffeisen Dornbirn Lions kommen im Duell um Platz drei bei den Mistelbach Mustangs unter die Räder (71:102). Die Niederösterreicher können sich aber nur bedingt freuen, da sie eine späte Verletzung hinnehmen müssen. Bei den Wörthersee Piraten zeigt die Formkurve weiter nach oben. Gegen die Basket Flames sind sie das konstantere Team (72:60) und dürfen nun über Tabellenplatz fünf jubeln. Im Kellerduell setzte sich unterdessen die SWARCO RAIDERS Tirol zuhause gegen Deutsch Wagram durch (73:50).


BK Mattersburg Rocks vs. Güssing/Jennersdorf Blackbirds
74:72 (16:20, 43:33, 58:56)
Sonntag, 17 Uhr – Sporthalle Mattersburg

Im Spitzenspiel der 16. Runde trafen nicht nur Topteams der Liga, sondern mit Mattersburg und Güssing/Jennersdorf auch zwei Lokalrivalen aufeinander. Nach der Weihnachtspause starteten beide Mannschaften hochmotiviert und ausgeruht in die Partie, wobei sich in den ersten Minuten des Derbys kein Team absetzen konnte. Obwohl Mattersburg-Center Gary Ware von Anfang nicht zu bremsen war, bescherten einige Ballverluste am Ende des ersten Viertels den Rocks einen vier Punkte Rückstand (16:20). Dieser hielt aber nicht lange, denn US-Legionär Ware dominierte weiter nach Belieben. Elf Punkte erzielte er alleine in den ersten vier Minuten von Abschnitt zwei und brachte damit seine Rocks in Führung. Die Blackbirds leisteten sich in dieser Phase uncharakteristische Turnover und zwei technische Fouls, die Mattersburg vor eigenem Publikum eiskalt ausnutzte. Bei 43:33 für das Heimteam ging es in die Kabine. Ware hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 24 Punkte auf dem Konto und blieb dabei perfekt aus dem Feld.  

Von den Heimfans angepeitscht kamen die Rocks mit viel Energie aus der Pause und legten einen 11:0-Run aufs Parkett. Zwischenzeitlich lagen die Blackbirds somit bereits 21 Punkte zurück, doch nach einer Auszeit Mitte des Viertels zeigte der Tabellenführer, dass er sich nicht so leicht geschlagen geben würde. Angeführt von Kapitän Sebastian Koch kämpften sich die Gäste zurück und ließen ihren Rückstand bis zum Schlussabschnitt auf zwei Punkte schrumpfen (56:58). Dort ging der offene Schlagabtausch samt mehreren Führungswechseln weiter. In der entscheidenden Phase landete der Ball schließlich bei dem an diesem Abend überragenden Mann: Ware traf kurz vor Schluss zwei Freiwürfe zum Ausgleich und legte vier Sekunden vor Ablauf der Zeit mit einem Lay-Up zur Führung nach. Nach einer Auszeit von Blackbirds-Coach Daniel Müllner, der ein Ballverlust folgte, war das Spiel gelaufen. Endstand 74:72.       

James Williams, Head Coach Mattersburg:
 „Im dritten Viertel, nachdem Claudio (Vancura, Anm.) sein viertes Foul kassierte, wurden wir auf die Probe gestellt, da wir schon ohne Gino (Jan Nicoli, Anm.) spielen mussten. Aber unsere Bank hat uns sehr geholfen heute Abend.“

Sebastian Khünl-Brady, Spieler Mattersburg: „War ein toller Sieg, vor allem vor so vielen Fans. Aber man sieht, was für ein klasse Team Güssing ist. Auch daran, dass wir nach einem 23-Punkte-Vorsprung trotzdem noch kämpfen müssen und erst in der letzten Minute das Spiel drehen und um nur zwei Punkte gewinnen. In den Playoffs müssen wir über 40 Minuten konsequent spielen, damit wir dieses Team schlagen können.“ 

Daniel Müllner, Head Coach Güssing/Jennersdorf: „Gratulation an Mattersburg, wir haben nur in gewissen Phasen guten Basketball gespielt und das war heute zu wenig.“

Mate Horvath, Spieler Güssing/Jennersdorf:
 „In der ersten Halbzeit haben wir vom Spieler Gary Ware zu viel zugelassen und er hatte elf von elf aus dem Feld. In der zweiten Halbzeit sind wir zurückgekommen und haben unsere Runs gehabt. Aber am Ende war das nicht genug.“ 

Beste Scorer: G. Ware 36, C. Hallett 13, Germ, C. Vancura und P. Germ je 7 bzw. S. Koch 19, M. Moric 17, C. Astl 14.

Mistelbach Mustangs vs. Raiffeisen Dornbirn Lions
102:71 (21:29, 42:46, 72:58)
Sonntag, 17 Uhr – Sporthalle Mistelbach

Während sich im Burgenland der erste Tabellenplatz ausgemacht wurde, ging es in Mistelbach für die Mustangs im Duell mit Dornbirn und Platz drei. Die Vorarlberger, die über Weihnachten nur zweimal trainierten und eine lange Anreise in den Beinen hatten, starteten treffsicherer und konzentrierter ins Spiel und führten nach drei Minuten 11:5. Zwar kamen die Mustangs in Folge auf einen Punkt heran, doch die Lions antworteten umgehend mit drei Dreiern in etwas mehr als einer Minute. Vor allem Adrian Sanchez Rodriguez drückte der Partie im ersten Abschnitt seinen Stempel auf und trug mit 14 Punkten wesentlich zur 29:21-Führung nach zehn Minuten bei. Zu Beginn von Viertel zwei waren auch die Mistelbacher endgültig aus der Weihnachtspause angekommen. Rasch verkürzte die Truppe von Coach Martin Weissenböck auf minus drei. In Folge entwickelte sich eine attraktive Partie, in der beide Mannschaften hochprozentig aus der Distanz verwerteten, sodass sich bis zur Halbzeitpause keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte (46:42 für die Lions).

Der Start in Halbzeit zwei verlief vor allem seitens der Mustangs energiegeladen, was sich auch im nun lautstarken Publikum widerspiegelte. Dank aggressiverer Defense und einem treffsicheren Michal Kremen eroberten die Mistelbacher nach kurzer Zeit erstmals die Führung und bauten diese bis Viertelende kontinuierlich aus (72:58). Die Lions waren defensiv nun regelmäßig einen Schritt zu langsam, was die Mustangs ausnutzten, um mit viel Schwung ins letzte Viertel zu starten. Dort spielte nun Christoph Leydolf groß auf und traf aus allen Lagen, bevor er nach einem Foul verletzt vom Feld musste. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Niederösterreicher allerdings schon 19 Punkte voran. Ein Vorsprung, den sie sich nicht mehr nehmen ließen. Endstand: 102:71 und damit Tabellenplatz drei.    

Martin Weissenböck, Head Coach Mistelbach:
 „Großes Kompliment an meine Mannschaft, freuen kann ich mich aufgrund der Tatsache, dass sich Christoph Leydolf heute verletzt hat, leider nicht.” 

Konstantin Kolonovics, Spieler Mistelbach: „In der ersten Hälfte sind wir noch nicht wirklich in die Gänge gekommen. Unsere Defense war nicht konstant, daher auch der Rückstand. In der zweiten Hälfte haben wir dann in der Defense Vollgas gegeben und weniger Würfe zugelassen. Bei uns sind dagegen die Würfe gefallen, deshalb haben wir schlussendlich deutlich gewonnen. Der Ausfall von Christoph Leydolf tut uns jetzt natürlich sehr weh – wir wünschen ihm gute Besserung.“ 

Borja San Miguel, Head Coach Dornbirn: „Wir haben das Spiel im dritten Viertel verloren. Unsere Verteidigung war nicht gut genug, wir haben im Eins-gegen-Eins das Nachsehen gehabt. Wir haben es nicht mehr geschafft zurückzukommen, weil die Defense nicht besser wurde. Das hat zu diesem irren Ergebnis nach der Weihnachtspause geführt. Wir haben jetzt sechs Wochen, um uns zu verbessern. Das ist unsere Deadline. Wenn wir das nicht schaffen, haben wir nichts in den Playoffs verloren.” 

Javier Medori, Spieler Dornbirn: „Oh mein Gott, das war ein wirklich wichtiges Spiel für uns, das erste des Jahres. Doch jetzt müssen wir daraus lernen und aufs nächste Spiel schauen. Es ist aber, als hätten wir zwei Spiele verloren, denn neben der Niederlage haben wir auch im direkten Duell verloren. Zur Halbzeit haben wir noch geführt, doch danach hatten wir nicht mehr die Intensität und Konzentration, die wir in einem Spiel wie diesem haben sollten. Sie hatten viel Selbstvertrauen und haben viele Würfe getroffen, wir haben viele verworfen. Gratuliere an den ganzen Mistelbacher Verein, die Atmosphäre war wirklich gut.“    

Beste Scorer:
 M. Kremen und C. Leydolf je 27, K. Kolonovics 14 bzw. A. Sanchez Rodriguez 25, S. Gmeiner 12, A. Arruti Portilla und J. Medori je 11.
 

Wörthersee Piraten vs. Basket Flames
72:60 (18:18, 33:36, 51:45)
Sonntag, 17 Uhr – Sporthalle St. Peter, Klagenfurt

Auch in der dritten von vier Sonntagspartien gab es ein direktes Duell. Zwischen den Piraten und den Basket Flames ging es um den fünften Tabellenplatz und damit um den Anschluss an die Top-Vier. Den besseren Start hatten die Wiener für sich. Vor allem dank Fabricio Vay führten die Gäste nach acht gespielten Minuten 15:7, was aber auch daran lag, dass den Kärntnern gegen die Zonen-Verteidgung der Franz-Zderadicka-Truppe offensiv kaum etwas gelingen wollte. Eine Auszeit von Coach Goran Jovanovic konnte seine Spieler allerdings wachrütteln, die mit einem 11:3-Lauf samt „Buzzer Beater“ von Tevz Ruzic bis Viertelende noch auf 18:18 stellten. Abschnitt zwei entwickelte sich zum Inside-Duell zwischen Vay und Wörthersee-Center Maximilian Kunovjanek – beide verbuchten acht Punkte in gerade einmal fünf Minuten. Dementsprechend knapp blieb die Partie. Viertel zwei endete mit 36:33 für die Bundeshauptstädter. 
Im dritten Viertel stieg das Tempo deutlich, Vay und Kunovjanek blieben für ihre Teams die spielbestimmenden Akteure. In Minute 26 gingen die Klagenfurter – erst zum zweiten Mal überhaupt an diesem Abend – in Führung und behaupten diese bis Viertelende (51:45). Die Piraten eröffneten das Schlussviertel mit sechs Punkten in Serie, die Flames konterten zwar noch einmal mit zwei Dreiern, insgesamt gelang offensiv nun aber nur mehr wenig. Die Kärntner hingegen spielten mit Rhythmus und konnten sowohl unter dem Korb als auch aus der Distanz hochprozentig verwerten. Für ein Comeback der Flames reichte es nicht mehr und die Piraten gewannen letztlich ungefährdet mit 72:60.    

Maximilian Kunovjanek, Spieler Wörthersee:
 „Gutes Spiel! Wenn wir weiter so spielen und gut trainieren, werden wir auch weiter gewinnen.“ 

Sebastian Schaal, Spieler Wörthersee: „Großartige zweite Halbzeit, starker Kunovjanek und eine insgesamt starke Teamleistung im vierten Viertel beschert uns den Sieg gegen starke Basket Flames.“ 

Franz Zderadicka, Head Coach Flames: „Die erste Halbzeit, finde ich, haben wir auf beiden Seiten sehr gut gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir den Fokus verloren. Die Piraten haben ihre Stärken ‚inside‘ gefunden und wir haben offensiv – wie schön öfter in dieser Saison – im dritten Viertel den Faden verloren. 24 Punkte in der zweiten Halbzeit reichen nicht, verdienter Sieg für Wörthersee.” 

Dominik Alturban, Kapitän Flames: „Beide Mannschaften hatten wenig Rhythmus nach der Weihnachtspause. Aber in der zweiten Hälfte haben die Piraten einfach ein paar Plays mehr gemacht als wir. Wir haben einfach ganz schlecht exekutiert in der Offense, mit 60 Punkten kann man kein Spiel gewinnen.“ 

Beste Scorer: M. Kunovjanek 16, S. Finzgar 15, C. Gspandl und T. Ruzic je 11 bzw. F. Vay 22, J. Vallejo 13, D. Alturban 11.

SWARCO RAIDERS Tirol vs. Union Deutsch Wagram Alligators73:50 (18:7, 40:27, 58:39)Sonntag, 18 Uhr – Landessportcenter Tirol, Innsbruck 

In Innsbruck war zu Beginn offensichtlich, wem die Weihnachtskekse noch im Magen lagen. Sieben Minuten lang gelang Deutsch Wagram im Landessportcenter Tirol kein Korb aus dem Feld, während die RAIDERS nach nicht einmal sieben Minuten auf 16:1 davonzogen. Gegen Ende des ersten Abschnitts erfingen sich die Alligators zwar wieder und lieferten Tirol einen offenen Schlagabtausch. Der Rückstand, den sie in den ersten Spielminuten aufgerissen hatten, hing ihnen aber bis zur Halbzeit nach. 27:40 lagen die Gäste nach 20 Minuten zurück.

Gleich nach Wiederanpfiff machten die RAIDERS viel Druck. Man merkte, dass sie den Gästen gleich zeigen wollten, dass aus Innsbruck heute nichts mitzunehmen ist. So wuchs der Vorsprung der Tiroler relativ schnell auf bis 23 Punkte an, was schon 15 Minuten vor Ende der Partie die Vorentscheidung bedeutete. So hatte RAIDERS-Coach Felix Jambor die Möglichkeit im Schlussviertel viel zu rotieren, was vor allem im Hinblick auf das Spiel gegen den BBC Nord, das gleich morgen steigt, wichtig war. Am klaren 73:50-Erfolg änderte das nichts mehr. 

Felix Jambor, Head Coach Tirol: „Der Sieg ist sehr wichtig für uns. Wir haben uns von Deutsch Wagram wieder distanziert, wenn alles so läuft, wie wir uns das vorstellen, haben wir noch eine Chance auf die Play-offs. Wir haben sehr stark bekommen und den Gameplan umgesetzt. Wir haben dann aber den Rhythmus verloren, waren zwar immer weit vorne, aber die Türe war immer offen für Deutsch Wagram. Daran müssen wir arbeiten.“ 

John Gardiner, Spieler Tirol: „Ich bin sehr glücklich über den Sieg. Wir haben uns darauf fokussiert, unsere Offensivaktionen gut zu exekutieren. Daran haben wir in den letzten Wochen hart gearbeitet. Wenn wir das auch in Zukunft umsetzen, werden wir zeigen was für ein Team wir sind und hoffentlich noch einen Angriff auf die Play-offs starten.“

Hannes Quirgst, Head Coach Deutsch Wagram: „Vor allem offensiv war das eine sehr schwache Leistung von uns. Wir haben mit viel zu wenig Intensität gespielt. Da müssen wir uns deutlich steigern im neuen Jahr.“

Lukas Hofer, Kapitän Deutsch Wagram: „Wir haben die letzten Wochen gut trainiert, zuletzt auch gut gespielt. Ich kann nicht sagen, was heute los war. Wir müssen als Mannschaft auftreten und offensiv, wie defensiv gut spielen, um in dieser Liga eine Chance zu haben.“

Beste Scorer: Gardiner 19, Oberhauser 14, Markovic 13 bzw. Hofer 15, Schmid 9, Balvan 8.


Foto: pictorial

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